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Schweizer Stiftung zur generationenübergreifenden
Kulturförderung durch die Zivilgesellschaft

Die Schweiz hat bereits eine breit abgestützte Förderlandschaft mit staatlicher Kulturförderung, Stiftungen und wegweisenden unternehmerischen Initiativen wie beispielsweise dem Migros Kulturprozent. Private Förderung wird heute vorwiegend von wohlhabenden Einzelpersonen geleistet. Die Kultur eines Gemeinwesens kann aber zugleich auch durch eine sinnvolle gemeinschaftliche Förderung getragen werden. Einen neuen, einzigartigen Weg geht die Stiftung ERBPROZENT KULTUR. Sie setzt voll und ganz auf die Zivilgesellschaft: Jede/r fördert Kultur, jede/r gestaltet sie mit, jede/r ist dabei.

Förderphilosophie und Grundsätze

Die Stiftung ERBPROZENT KULTUR entwickelt eigenständige Instrumente, die auf dem Gedanken der Partizipation beruhen und von der Gemeinschaft der Erbversprechenden getragen werden. Sie nehmen teil an einem generationenübergreifenden Projekt und können die zukünftige Gestaltung der Kultur mitgestalten.

Die Stiftung fördert und unterstützt Kultur in und aus der Schweiz in ihrer vielfältigen Ausgestaltung, an den verschiedensten Orten, von und mit unterschiedlichen Beteiligten und Akteurinnen und Akteuren.

ERBPROZENT KULTUR nimmt keine Gesuche entgegen, sondern passt den Vergabeprozess den unterschiedlichen Fördergefässen an.

ERBPROZENT KULTUR setzt auf vorhandenes Potenzial und auf Vertrauen in bestehende, qualitative Kulturinitiativen.

ERBPROZENT KULTUR berücksichtigt Relevanz und Dringlichkeit.

ERBPROZENT KULTUR will nicht die Produktion anheizen, sondern dem kulturellen Schaffen in seiner ganzen Breite Raum und Zeit geben sowie Bestehendes würdigen.

ERBPROZENT KULTUR kann herausragende Institutionen und Werke als Wertschätzung anerkennen und unterstützen.

Fördergefässe

Fünf Fördergefässe sind derzeit definiert. Insgesamt 150’000 Franken wurden 2017 für vier dieser Gefässe gesprochen. Die Förderprozesse und -mechanismen sind den jeweiligen Vergabegefässen angepasst. Das Prinzip der Partizipation sowie das Zusammenspiel verschiedener Fachleute aus der ganzen Schweiz spielen dabei eine tragende Rolle:

WERTSCHÄTZUNG

Gedanke: Weiter so!
Mit diesem Förderbeitrag wird eine Institution von der Stiftung für ihr langjähriges Engagement für die Kultur wertgeschätzt.

WAHLVERWANDTSCHAFTEN

Gedanke: Ein Gegenüber.
Fünf Kulturschaffende erhalten die Möglichkeit, sich mit einem selbstgewählten Mentor oder einer Mentorin auszutauschen. Die Kulturschaffenden suchen sich selber ein Gegenüber, um die eigene Arbeit voranzutreiben, zu erforschen, zu reflektieren, neu oder anders zu denken. Mentor/innen können z.B. «Meister/innen», aber auch Wissenschaftler/innen, Kulturschaffende aus einer anderen Sparte oder Spezialist/innen in einem Fach sein.

Scouts und eine Jury

Scouts nominieren jeweils eine/n Kulturschaffende/n aus allen Sparten oder Bereichen, der/die sich im Rahmen einer WAHLVERWANDTSCHAFT mit einem selbstgewählten Mentor oder einer selbstgewählten Mentorin über eine Zeit lang austauschen kann. Auch Erbversprechende sind eingeladen, als Scout zu amten oder der Stiftung Scouts zu empfehlen. Scouts beobachten das Kulturgeschehen in seiner ganzen Breite und/oder sind Spezialist/innen in einer Sparte. Sie kommen aus allen Landesteilen und vertreten alle Sprachen und Generationen.

Die Jury setzt sich aus drei etablierten Persönlichkeiten aus Kultur und Politik zusammen. Zusammen wählen sie aus den von Scouts nominierten Personen sechs Kulturschaffende aus, die eine WAHLVERWANDTSCHAFT erhalten.

RAUM UND ZEIT

Gedanke: Re-création.
RAUM UND ZEIT richtet sich an Companies oder Produktionseinheiten aus den Bereichen Theater, Tanz, Performance und Musik. Der Beitrag ist nicht an eine Produktion oder Tournee gebunden, sondern schafft Freiraum. RAUM UND ZEIT bietet zwei Gruppen die Möglichkeit, sich eine produktions- und tourneefreie Zeit zu nehmen.

Expert/innen und ein Losentscheid

Expert/innen sind Fachleute in ihrer Sparte, z.B. Festivalprogrammator/innen, Konzertveranstalter/innen, Kurator/innen aus allen Landesteilen. Für das Gefäss RAUM UND ZEIT selektionieren sie Gruppen aus den Bereichen Theater,  Tanz, Performance und Musik. Entscheidend dabei ist, dass nicht über die künstlerische Qualität der Nominierten diskutiert, sondern darüber nachgedacht wird, was ein Moment der Re-création – eine produktionsfreie Zeit – für die jeweilige Gruppe bedeuten könnte.  Welche zwei Gruppen einen Beitrag von 25’000 bis 35’000 Franken erhalten, bestimmt Fortuna – ein Losentscheid, weil es keine gerechte Auswahl gibt. Die selektionierten Gruppen sind grundsätzlich alle förderungswürdig.

VERTRAUEN

Gedanke: Go!
Gruppen bzw. Produktionseinheiten, Institutionen oder Einzelpersonen werden in diesem Gefäss ermutigt, den eingeschlagenen Weg, der neu und/oder ‚quer’ sein kann, konsequent weiterzuverfolgen. Oder: Etablierte Akteure eines Feldes, das in der herkömmlichen Kulturförderung nicht berücksichtigt werden kann, werden gefördert.

PUBLIKUM

Das Gefäss PUBLIKUM ist noch in Entwicklung.

Die Geförderten

Alle Geförderten auf einen Blick.

WERTSCHÄTZUNG

Tonverein Bad Bonn, Daniel «Duex» Fontana und Patrick Boschung, Düdingen/FR

Mit 40’000 Franken aus dem Fördergefäss WERTSCHÄTZUNG und einem «Weiter so!» wird der Tonverein Bad Bonn aus Düdingen unterstützt. Mit diesem Beitrag wird das jahrzehntelange Engagement von Daniel Fontana und Patrick Boschung für den Musikbetrieb und das Konzertlokal Bad Bonn wertgeschätzt. Das alljährliche Festival Bad Bonn Kilbi hat internationale Ausstrahlung erlangt und das im freiburgischen Sensebezirk liegende Düdingen für Musikliebhaber und -liebhaberinnen auf die Landkarte gesetzt. Der Beitrag von ERBPROZENT KULTUR ist eine WERTSCHÄTZUNG für den Jahresbetrieb – also die 51 Wochen zwischen den Kilbis.

VERTRAUEN

Institut Neue Schweiz / Institut Nouvelle Suisse / Instituto Nuova Svizzera (INES)

30’000 Franken aus dem Fördergefäss VERTRAUEN erhält das Institut Neue Schweiz (INES), ein gesamtschweizerischer Think & Act Tank für eine neue Schweiz – mit Migrationsvordergrund. Das Institut versammelt und entwickelt kritische und fundierte Expertise zu den aktuellen Themen Migration, Vielfalt und Rassismus. ERBPROZENT KULTUR hält die Anliegen von INES, insbesondere die Frage nach der Bedeutung der kulturellen Teilhabe in einer pluralen und demokratischen Einwanderungsgesellschaft, für relevant und dringend und vertraut auf diese zukunftsweisenden Initiative.

Mehr zu INES

WAHLVERWANDTSCHAFTEN

24 Scouts, darunter sechs Erbversprechende, haben je eine/n Kulturschaffende/n aus der ganzen Schweiz für eine WAHLVERWANDTSCHAFT nominiert. Aus diesen Vorschlägen hat eine Fachjury die folgenden sechs Einzelkünstler/innen ausgewählt, die in ihrer persönlichen Weiterentwicklung von ihrem Wunsch-Gegenüber unterstützt werden sollen.

  • Romain Buffat (1989), Yvonand, Literatur
  • Stefanie Daumüller (1989), Wohlen bei Bern, Fotografie
  • Lorenz Pauli (1967), Bern, Kinderliteratur und -musik
  • Elodie Pong (1966), Zürich, Video / Performance
  • Eva Vitija (1973), Winterthur, Drehbuch / Film
  • Charlotte Waltert (1977), Zürich, Kunst / Animationsfilm

 

RAUM UND ZEIT

Insgesamt 12 Gruppen wurden für RAUM UND ZEIT selektioniert. An der Vergabefeier vom 6. Mai 2017 hat das Los entschieden, welche zwei Gruppen den Beitrag RAUM UND ZEIT erhalten und sich somit eine produktions- oder tourneefreie Zeit gönnen können.

Diesen zwei Gruppen fiel das Glück zu:

Nadja Zela und Band, Zürich, Musik

Cie Chris Cadillac, Marion Duval, Genf, Theater

Folgende Gruppen waren für RAUM UND ZEIT selektioniert:

Nadja Zela und Band, Zürich, Musik
Hanreti, Luzern, Musik
Eunoia Quintett, Basel, Neue Musik
Das Morphologische Institut, Meilen ZH, Performative Installation
Die Nachbarn, Bern, Figurentheater
Chaga Chaga Productions, Chur, Theater
Trickster P, Novazzano TI, Theater
Cie Chris Cadillac, Marion Duval, Genf, Theater
La Section Lopez, Adina Secretan, Genf, Lausanne, Tanz
Cie Antibodies, Basel, Tanz / Performance
Jessica Huber, James Leadbitter, Zürich, Performance
Cie Bonne Ambiance, Genf/Lausanne, Theater / Performance

Das waren die Expert/innen*:

Claudia Badoer, Programmatorin kuenschtli.ch und Stolze Open Air, Zürich
Mathias Balzer, Kulturjournalist, Chur
Patrick de Rham, Sandrine Kuster, Künstlerische Leitung, Arsenic, Lausanne
Véronique Ferrero Delacoste, Direktorin, Festival FAR, Nyon
Sven Heier, Leiter Theater Roxy, Birsfelden
Catja Loepfe, Leiterin Tanzhaus, Zürich
Désirée Meiser, Künstlerische Leiterin, Gare du Nord, Basel
Annette Rommel, Leiterin Theaterfrühling Winterthur
Marc Unternährer, Künstlerischer Leiter, Stanser Musiktage

*Ein/e Expert/in möchte nicht genannt werden.

KULTUR IST VERERBBAR

Die Stiftung ERBPROZENT KULTUR gibt Ihnen die Möglichkeit, sich für die Kulturlandschaft kommender Generationen zu engagieren. Mit einem Erbversprechen reservieren Sie ein Prozent Ihres Nachlasses für die Kultur und bestimmen mit, wie die Mittel verwendet werden. Oder Sie unterstützen ERBPROZENT KULTUR anderweitig – zum Beispiel mit einem Vorlass oder einem regelmässigen Beitrag. Ganz einfach – und wirksam.

 

möchten sie sinnstiftend Vererben?

Statement

«Auch wenn wir etwas Neues schaffen, basieren wir auf der Arbeit unserer Vorfahren. ERBPROZENT KULTUR baut auf ein ähnliches Kontinuum, das gefällt mir sehr.»

Annette Gigon, Architektin

Statement

«Eine vielfältige Kultur trägt wesentlich zur Lebensqualität und Attraktivität unserer Schweiz bei. Mit dem ERBPROZENT helfen Sie nachfolgenden Generationen von Kulturschaffenden und Kulturgeniesser/innen. Sie sind auf unsere Unterstützung angewiesen.»

GUY MORIN, Alt Regierungspräsident

Kanton Basel-Stadt

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